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Bethel

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Ortsteil Bethel   
Die v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel (kurz: Bethel, bis 2009: v. Bodelschwinghsche Anstalten Bethel) sind mit mehr als 19.000 Mitarbeitern das größte Sozialunternehmen in Europa und der größte Arbeitgeber in der Stadt Bielefeld. Der Hauptsitz befindet sich im gleichnamigen Ortsteil Bethel im Bielefelder Stadtbezirk Gadderbaum. Bethel ist eine diakonische Einrichtung, in der Menschen mit Behinderung, psychischen Beeinträchtigungen, Epilepsie, alte und pflegebedürftige Menschen, kranke Menschen, Jugendliche mit sozialen Problemen und wohnungslose Menschen betreut werden.
1867 wurde Bethel gegründet, der Arbeitsschwerpunkt befand sich lange Zeit in und um Bielefeld in Westfalen. Durch Umstrukturierungen in den vergangenen Jahrzehnten und eine Dezentralisierung der Arbeit gibt es heute in acht deutschen Bundesländern Einrichtungen. In Bielefeld arbeiten derzeit rund 9.000 der insgesamt über 19.000 Beschäftigten.[3] Die Arbeit Bethels mit 200.000 benachteiligten Menschen pro Jahr wird durch die Zahlungen der Sozialleistungsträger finanziert. Mit einem jährlichen Spendenbetrag von 35 bis 65 Millionen Euro (2019: 54,5 Millionen Euro) werden viele über diese Regelfinanzierung hinausgehende Maßnahmen für die betreuten Menschen ermöglicht. Bethel gehört damit zu den 20 größten spendensammelnden Organisationen in Deutschland. Namensgeber und prägender Gestalter ist Friedrich von Bodelschwingh der Ältere.
1867 gründete die Innere Mission eine Anstalt für Menschen mit epileptischen Erkrankungen. Am 12. Juli 1867 wurde Pastor Friedrich Simon als Anstaltsvorsteher eingeführt. Das erste Anstaltsgebäude wurde „Ebenezer“ genannt. 1871 wurde ein neues Gebäude errichtet und erhielt den Namen „Bethel“.
Friedrich von Bodelschwingh der Ältere kam erst einige Jahre später dazu und leitete die schnell wachsende Anstalt von 1872 bis zu seinem Tod 1910. Sein Einfluss prägte die Anstalt so stark, dass sie später nach ihm benannt wurde. Nach seinem Tod übernahm sein Sohn Friedrich von Bodelschwingh der Jüngere die Leitung.
Als Anstaltsleiter folgen aufeinander:
  1. Friedrich Simon (1867–1872)[7]
  2. Friedrich von Bodelschwingh der Ältere (1872–1910)
  3. Friedrich von Bodelschwingh der Jüngere (1910–1946)
  4. Rudolf Hardt (1946–1959)
  5. Friedrich v. Bodelschwingh (Enkel von Friedrich von Bodelschwingh d. Ä.) (1959–1968)
  6. Alex Funke (1968–1979)
  7. Johannes Busch (1979–1994)
  8. Friedrich Schophaus (1994–2008)
  9. Ulrich Pohl (seit 2008)
Zu den ältesten Gebäuden der Anstalt in Gadderbaum gehören die Häuser Alt-Ebenezer (1867), Sarepta (1872–1875 im neogotischen Stil) und Groß-Bethel (1873). In Bielefeld-Gadderbaum entwickelte sich die Anstalt zu einem Versorgungszentrum mit Postamt, Handwerks- und Freizeiteinrichtungen sowie dem Kaufhaus „Ophir“. Die 1899 gegründete Diakonie Freistatt bei Diepholz prägte nachhaltig die dortige Ansiedlung.
Im 2. Weltkrieg wurden mehrfach einzelne Gebäude der Anstalt von alliierten Luftstreitkräften zerstört. Der folgenreichste Angriff erfolgte in der Nacht zum 19. September 1940, bei dem britische Luftstreitkräfte das Kinder-Pflegeheim Klein−Bethel mit Bomben zerstörten. Neun Kinder und zwei Erwachsene fanden dabei den Tod.[8]
Um die Situation in Bethel in der NS-Zeit entstand eine Kontroverse.[9] Im Rahmen der sogenannten Aktion T 4 habe man in Bethel Kinder unter anderem gezielt verhungern lassen. Bis dahin galt, dass dies in Bethel als große Ausnahme nicht geschehen sei; verantwortlich dafür sei der damalige Leiter Friedrich von Bodelschwingh der Jüngere. Die Juristin Barbara Degen nannte dies die „Bethel-Legende“ und löste mit ihrer Veröffentlichung „Bethel in der NS-Zeit“ 2014 die Kontroverse aus. Die Leitung von Bethel hat darauf empört reagiert und die Vorwürfe bestritten.[10]
Nach der Zeit des Nationalsozialismus fanden zahlreiche NS-Täter und deren Angehörigen in Bethel Unterschlupf. Schröm und Röpke haben im Detail belegt, dass u. a. Margarete Himmler und ihre Tochter Gudrun dort ab Ende 1946 lebten. Gudrun Himmler, die spätere Gudrun Burwitz, war bis zu ihrem Tode im Jahr 2018 für den Verein „Die Stille Hilfe“ führend tätig. Ernst Gerke war zu Beginn des Zweiten Weltkriegs maßgeblich an der Deportation der Breslauer Juden beteiligt und wurde später Chef der Gestapo in Prag und u. a. Chef des NS-Täters Anton Malloth. Der frühere SS-Führer Gerke arbeitete ab 1957 unter seinem Familiennamen als Justitiar der Bodelschwinghschen Anstalten, später wurde er Verwaltungsleiter von Bethel.
aus Wikipedia



Bethel Pforte


Zionskirche

 
Altes Postamt


Alte Brockensammlung


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